Vogelspinnen
FAQGlossar
Warum "Vogel"-Spinne?
Beim Kauf zu beachten!
Haltung
-Bodenbewohner
-Baumbewohner
-Röhrenbewohner
Zucht
Aufzucht von Spiderlingen
Fütterung
Anatomie
Häutung
Aggressivität
Giftigkeit
Verteidigung
Bombardierspinnen
Bildbestimmung?
Handhabung
Versand von Spinnen
Angebot: Geschlechtsbestimmung
Literaturempfehlungen
Hybridproblematik
Wildfangproblematik
Terrarienbepflanzung
Terrariensicherung
Spinne entlaufen?
Gruppenhaltung
Vogelspinnen in Zooläden
Die wissenschaftlichen Namen
Einrichtung wiederverwenden?
Stammtische
Haltung
Ich möchte hier nur
sehr allgemein auf die Haltung von Vogelspinnen eingehen.
Da jede Art unterschiedliche Bedürfnisse hat, würden ausführliche, artspezifische Haltungsbeschreibungen den Rahmen sprengen.
Meine Ausführungen werden sich auf allgemeine Grundsätze der Vogelspinnenhaltung und Standardterrarien für Boden-, Baum und Röhrenbewohner beschränken. Zusätzlich will ich noch Besonderheiten der Lebensweise einiger Arten vorstellen........
Allgemeines:
- Temperatur: Die meisten Vogelspinnen kommen mit Zimmertemperatur
gut zurecht. Das heißt 22-24 Grad im Terrarium sind vollkommen
ausreichend.Einige Arten können jedoch auch wesentlich wärmer oder
kühler gehalten werden. Informationen dazu sollte man sich vor dem
Kauf der Spinne aber sowieso einholen.
- Luftfeuchtigkeit: Die benötigte Luftfeuchtigkeit variiert von Art zu Art
stark. So fühlt sich Brachypelma smithi beispielsweise am wohlsten bei
knochentrockenem Bodengrund (Hier sollte ein Wassernapf zur Verfügung
gestellt werden), wobei Theraphosa blondi sich auch bei einem Wert von
über 90% Luftfeuchte (Hier ist auf Vermeidung von Staunässe oder
Schimmel zu achtenl) noch wohl fühlt. Hier ist es wieder ratsam sich vor
der Anschaffung der Spinne zu informieren.
- Terrariengröße: Die Terrariengröße ist natürlich abhängig von der
Endgröße der Vogelspinne.
So kann man beispielsweise Cyriocosmus elegans in einem 15x15x15
(Breite x Tiefe x Höhe) oder eine Theraphosa blondi in einem 50x40x40
Terrarium halten. Da Vogelspinnen Lauerjäger sind, die nur selten ihren
Unterschlupf verlassen und sich dann auch nur in der nächsten
Umgebung aufhalten (Optimale Haltungsbedingungen vorausgesetzt),
muss das Terrarium nicht so groß sein. Jedoch ist es einfacher ein
Terrarium einzurichten wenn man mehr Platz hat und man kann so auch
Landschaften nachbilden. Also sind der Terrariengröße nach oben hin
eigentlich keine Grenzen gesetzt.
Bodengrund:
Oft stellen Anfänger in der Terraristik die Frage, welchen Bodengrund sie denn verwenden sollten.
- Die oftmals in Zooläden verkauften Kokosbricks zum aufweichen eignen
sich dabei denkbar schlecht. Die Kokosfasern sind kaum grabfähig, d.h.
keinesfalls stabil genug um über längere Zeit den Grabtätigkeiten von
Spinnen standzuhalten. Auch sind sie sehr steril, was die Bildung von
Schimmel fördert. Auch nimmt dieses Substrat, wenn es einmal
ausgetrocknet ist, sehr schlecht wieder Feuchtigkeit auf und der Preis ist
sehr hoch.
Prädikat: Ungeeignet
- Blumenerde dagegen eignet sich schon wesentlich besser für die
Terrarieneinrichtung.Meist ist diese mit einem gewissen Lehmanteil
versehen, was sie sehr grabfähig macht. Die Aufnahme von Feuchtigkeit
nach Austrocknung ist ebenfalls meist sehr gut.
Ob die Blumenerde gedüngt ist oder nicht macht keine Unterschied und
sollte kein Kaufkriterium sein. Es ist noch kein Fall bekannt, bei dem eine
Spinne durch gedüngte Blumenerde geschädigt worden wäre. Auch ist
Blumenerde verhältnismässig günstig.
Prädikat: Empfehlenswert
- Walderde besitzt einige unschlagbare Vorteile gegenüber gekaufter Erde.
So ist hier bereits ein Mikroklima vorhanden, welches Schimmel vorbeugt.
Mikroklima bedeutet, dass hier Kleinstlebewesen vorhanden sind, die quasi
eine Art Gesundheitspolizei im Terrarium darstellen. Ebenso ist die Optik
bei Walderde als Substrat sehr natürlich und natürlich ist sie kostenlos.
Achten sollte man allerdings darauf, dass man keine Ameisen, Steinläufer
oder ähnliches mit einpackt. Diese könnten der Spinne, insbesondere bei
der Häutung, gefährlich werden. Ratsam ist es desweiteren es vorher mit
dem Waldbesitzer abzuklären ob man Erde entnehmen darf.
Prädikat: Sehr empfehlenwert
- Maulwurfshügel sind oft störend im Garten. Also kann man diese einfach
abtragen und die oftmals sehr lehmhaltige Erde ruhigen Gewissens im
Terrarium verwenden. Vorteil hierbei ist die sehr gute Grabfähigkeit
gerade bei Trockenterrarien.
Prädikat: Sehr empfehlenswert
- Sand ist zwar für Trockenterrarien optisch sehr schön, aber absolut
ungeeignet als alleiniger Bodengrund bei Spinnen. Sand sollte höchstens
als Beimengung bei Trockenterrarien verwendet werden.
Prädikat. Ungeeignet
Beheizung:
Sollte man auf eine zusätzliche Heizung nicht verzichten können oder wollen, so sollte man darauf achten, dass man die Wärmequelle so anbringt, dass die Wärme keinesfalls von unten kommt. In der Natur graben Spinnen oft ihren Unterschlupf tiefer in die Erde, wenn es ihnen zu warm wird. Kommt nun die Wärme von unten kann die Spinne sich nicht mehr an einen kühleren Ort zurückziehen, was sogar den Tod der Spinne zur Folge haben kann.
Sollte man also doch eine Heizmatte verwenden, bringt man diese am besten seitlich oder an der Rückseite des Terrariums an einer Stelle an, wo sich die Spinne selten aufhält.
Besser geeignet ist eine Heizung des Terrariums mittels Beleuchtung.
Die meisten Lampen geben genügend Wärme ab, dass man damit ein Terrarium auf die benötigte Temperatur bringen kann. Hier werden meist Halogen-Spots mit 15-25 Watt verwendet welche optisch sehr gut aussehen und nicht zu heiss werden.
Dabei ist darauf zu achten, dass die Lampe das Terrarienglas nicht zu sehr aufheizt, da dieses sonst reissen oder springen kann. Auf keinen Fall darf eine Lampe im Terrarium angebracht werden. Klettert die Spinne und kommt mit der heissen Lampe in Berührung, kann sie sich schwerste Verletzungen zuziehen.
Rückwand:
Eine Rückwand oder sogar eine Verkleidung der Seiten des Terrariums ist natürlich optisch reizvoll und erleichtert es der Spinne sich im Terrarium fortzubewegen. Dafür kann man selbst Rückwände aus Styropor und Fließenkleber basteln, welche dann bemalt werden. Oder man kauft einfache Korkrückwände auf Terraristikbörsen oder im Zooladen.
Weniger geeignet sind Kokosfasermatten, da sich diese mit der Zeit auflösen und auch für die Spinne durch die Fasern die Gefahr bergen, mit dem Beinen hängenzubleiben.
Sollte man jedoch beabsichtigen zu züchten und möchte die Spinne öfter kontrollieren, sollte man auf eine Rückwand verzichten, da diese die Kontrolle unnötig erschwert.
Wassernapf:
Ein Wassernapf ist prinzipiell nicht nötig. Jedoch kann man bei sehr trocken gehaltenen Arten einen solchen durchaus anbieten um eine zu hohe Luftfeuchtigkeit durch feuchten Boden zu vermeiden. Bei Spiderlingen darf der Wassernapf nicht zu groß sein, da manche Vogelspinnen nicht oder nur sehr schlecht schwimmen können. Um ein Ertrinken des Tieres zu verhindern legt man einfach einige Steinchen in den Napf, an denen sich die Spinne dann selbst retten kann.
Ungeeignete Einrichtungsgegenstände:
Ungeeignet für die Einrichtung eines Vogelspinnen-Terrariums sind Steine oder Hölzer mit Spitzen oder scharfen Kanten. Die Spinnen könnte sich dabei im Falle eines Absturzes beim Klettern schwer verletzen. Ebenso ist es ratsam, auf Pflanzen mit Stacheln oder spitzen Blättern, an denen sich die Spinne aufreißen könnte, zu verzichten.
Bepflanzung:
Informationen zur Bepflanzung von Terrarien
Terrarien-Arten:
Man unterscheidet allgemein 3 Arten der Lebensweise von Vogelspinnen. Je nachdem sollte das Terrarium dimensioniert und eingerichtet sein.

Terrarien teilen:
Hat man ein zu großes Terrarium, nicht die passenden Spinnen oder Terrarien, bietet es sich an ein Terrarium zu teilen.
So kann man aus einem 60x30x30 zwei 30x30x30 für Bodenbewohner machen oder aus einem 60x40x40 zwei 30x40x40 für Baumbewohner. Dazu kauft man sich im Baumarkt eine Plexiglasscheibe in der entsprechenden Größe, sägt diese so zurecht, dass sie das Terrarium in der Mitte bündig teilt.
Danach fixiert man diese Scheibe in der Mitte des Terrariums mit Heißkleber oder Silikon. Dabei ist darauf zu achten, dass kein Schlitz frei bleibt, durch den sich eine Spinne auf die andere Seite quetschen könnte. Einsetzen sollte man in geteilte Terrarien nur Spinnen die in etwa die gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit benötigen, da zwischen den beiden Hälften doch ein Wärme- und Feuchtigkeitsaustausch stattfindet.
Fürstdosen oder Ähnliches:
Gerade für kleinere oder auch einige röhrenbewohnende Arten haben sich Fürstdosen als geeignetes Behältnis bewährt. Die Standardgröße in der Terraristik ist hier 19x19x20. So kann man Haplopelma spp., Holothele spp. oder Ephebopus spp. gut in diesen Dosen halten. Die Belüftung und Bewässerung (bei Haplopelma spp.) durch die selbst angebrachten Löcher (mit einem Lötkolben oder Bohrer sehr einfach zu bewerkstelligen) kann so individuell gestaltet werden. Vorteil hierbei ist, dass eine Dose schon für ca 1,50€ erhältlich ist und sich diese stapeln lassen, was bei größeren Bestandszahlen sehr viel Geld spart. Natürlich sollte man, legt man Wert auf Ästhetik, doch auf Glasterrarien zurückgreifen.
Terrarienreinigung:
Es ist nicht nötig ein Terrarium, wie oft angegeben, einmal im Jahr komplett zu reinigen.
Im Gegenteil! Es ist jedes mal wieder Stress für die Spinne und es folgt eine wochenlange Eingewöhnungsphase. Besser ist es von vornherein auf den richtigen Bodengrund, ausreichende Lüftung und ein gesundes Mikroklima im Terrarium zu achten.
Es gibt im Zoohandel Springschwänze oder tropische Asseln zu kaufen, von welchen man einige in das Terrarium geben kann. Diese Tierchen fressen Exkremente der Spinne, Futterreste und sogar eventuellen Schimmel. Bei genügend Feuchtigkeit vermehren sie sich auch im Terrarium und können so ein Terrarium sehr lange in Schuss halten.
Lediglich das Entfernen von offensichtlichen Futterresten und abgestorbenen Pflanzenteilen wird bei mir regelmäßig durchgeführt. Auch Häutungsreste entnehme ich dem Terrarium.
Verwendet man weisse Asseln im Terrarium, kann es in ganz seltenen Fällen vorkommen, dass diese einen Kokon der Vogelspinne schädigen. Deshalb kann man vor dem Kokonbau je nach Art den Boden weitgehenst austrocknen lassen, um die Zahl der Asseln zu senken.
Sonderformen:
Es gibt auch Zwischenformen, die schwer in eine dieser Kategorien einzuordnen sind.
So wird Chromatopelma cyaneopubescens oft fälschlicherweise als Strauchbewohner bezeichnet. Diese Art ist wohl eher als Bodenwohner zu halten, wobei man hier mehrere Äste einbringen kann, welche dann übersponnen werden.
Pterinochilus murinus wird ebenso als Strauchbewohner bezeichnet. Jedoch nimmt diese Art in den meisten Fällen vorgestochene Erdröhren an. Einige Exemplare spinnen sich aber auch in den oberen Lagen des Terrariums eine Wohnröhre und leben wie Baumbewohner.
Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass Pterinochilus murinus die Vogelspinne mit dem größten Verbreitungsgebiet und so extrem opportunistisch ist. So kann man diese eigentlich halten wie man will. Auch niedrige oder hohe Luftfeuchtigkeit machen dieser Art nichts aus.
Besonderheiten in der Lebensweise:
- Spiderlinge vieler baumbewohnenden Arten, wie z.B. Poecilotheria spp.
oder Psalmopoeus spp., legen ein interessantes Verhalten an den Tag. So
ist hier oft zu beobachten, dass sich Spiderlinge oftmals in den ersten
Lebensmonaten ihren Unterschlupf gerne in der Erde suchen. Darüber
sollte man sich nicht wundern, sondern es als normal ansehen, da die
Tiere sich später noch als echte Baumbewohner entpuppen werden.
- Exemplare der Art Pelinobius muticus (ein sehr groß werdener,
afrikanischer Röhrenbewohner) graben in der freien Natur bis zu 2 Meter
tiefe Röhren um der Hitze an der Oberfläche zu entkommen. Dies ist zwar
in Terrarienhaltung nicht mehr notwendig, dennoch legen auch hier viele
Tiere ein extremes Grabverhalten an den Tag, welchem man mit einem
sehr hohen Haplo-Tank entgegenkommen kann. Einige Halter haben ihre
Pelinobius auch schon in großen Regentonnen mit Erde gehalten.
- Die Vogelspinne, welche wohl am meisten spinnt, ist Chromatopelma
cyaneopubescens.
Um ihre wunderschönen Gespinste noch zu fördern, kann man das
Terrarium etwas höher gestalten und viele Äste einbringen. Diese werden
in kürzester Zeit mit dichtem Gespinst überzogen. Durch das besondere
Spinnverhalten kann bei dieser Art auf eine Bepflanzung des Terrariums
verzichtet werden, da die Pflanzen über kurz oder lang durch die
Spinnfäden eingehen.
Da jede Art unterschiedliche Bedürfnisse hat, würden ausführliche, artspezifische Haltungsbeschreibungen den Rahmen sprengen.
Meine Ausführungen werden sich auf allgemeine Grundsätze der Vogelspinnenhaltung und Standardterrarien für Boden-, Baum und Röhrenbewohner beschränken. Zusätzlich will ich noch Besonderheiten der Lebensweise einiger Arten vorstellen........
Allgemeines:
- Temperatur: Die meisten Vogelspinnen kommen mit Zimmertemperatur
gut zurecht. Das heißt 22-24 Grad im Terrarium sind vollkommen
ausreichend.Einige Arten können jedoch auch wesentlich wärmer oder
kühler gehalten werden. Informationen dazu sollte man sich vor dem
Kauf der Spinne aber sowieso einholen.
- Luftfeuchtigkeit: Die benötigte Luftfeuchtigkeit variiert von Art zu Art
stark. So fühlt sich Brachypelma smithi beispielsweise am wohlsten bei
knochentrockenem Bodengrund (Hier sollte ein Wassernapf zur Verfügung
gestellt werden), wobei Theraphosa blondi sich auch bei einem Wert von
über 90% Luftfeuchte (Hier ist auf Vermeidung von Staunässe oder
Schimmel zu achtenl) noch wohl fühlt. Hier ist es wieder ratsam sich vor
der Anschaffung der Spinne zu informieren.
- Terrariengröße: Die Terrariengröße ist natürlich abhängig von der
Endgröße der Vogelspinne.
So kann man beispielsweise Cyriocosmus elegans in einem 15x15x15
(Breite x Tiefe x Höhe) oder eine Theraphosa blondi in einem 50x40x40
Terrarium halten. Da Vogelspinnen Lauerjäger sind, die nur selten ihren
Unterschlupf verlassen und sich dann auch nur in der nächsten
Umgebung aufhalten (Optimale Haltungsbedingungen vorausgesetzt),
muss das Terrarium nicht so groß sein. Jedoch ist es einfacher ein
Terrarium einzurichten wenn man mehr Platz hat und man kann so auch
Landschaften nachbilden. Also sind der Terrariengröße nach oben hin
eigentlich keine Grenzen gesetzt.
Bodengrund:
Oft stellen Anfänger in der Terraristik die Frage, welchen Bodengrund sie denn verwenden sollten.
- Die oftmals in Zooläden verkauften Kokosbricks zum aufweichen eignen
sich dabei denkbar schlecht. Die Kokosfasern sind kaum grabfähig, d.h.
keinesfalls stabil genug um über längere Zeit den Grabtätigkeiten von
Spinnen standzuhalten. Auch sind sie sehr steril, was die Bildung von
Schimmel fördert. Auch nimmt dieses Substrat, wenn es einmal
ausgetrocknet ist, sehr schlecht wieder Feuchtigkeit auf und der Preis ist
sehr hoch.
Prädikat: Ungeeignet
- Blumenerde dagegen eignet sich schon wesentlich besser für die
Terrarieneinrichtung.Meist ist diese mit einem gewissen Lehmanteil
versehen, was sie sehr grabfähig macht. Die Aufnahme von Feuchtigkeit
nach Austrocknung ist ebenfalls meist sehr gut.
Ob die Blumenerde gedüngt ist oder nicht macht keine Unterschied und
sollte kein Kaufkriterium sein. Es ist noch kein Fall bekannt, bei dem eine
Spinne durch gedüngte Blumenerde geschädigt worden wäre. Auch ist
Blumenerde verhältnismässig günstig.
Prädikat: Empfehlenswert
- Walderde besitzt einige unschlagbare Vorteile gegenüber gekaufter Erde.
So ist hier bereits ein Mikroklima vorhanden, welches Schimmel vorbeugt.
Mikroklima bedeutet, dass hier Kleinstlebewesen vorhanden sind, die quasi
eine Art Gesundheitspolizei im Terrarium darstellen. Ebenso ist die Optik
bei Walderde als Substrat sehr natürlich und natürlich ist sie kostenlos.
Achten sollte man allerdings darauf, dass man keine Ameisen, Steinläufer
oder ähnliches mit einpackt. Diese könnten der Spinne, insbesondere bei
der Häutung, gefährlich werden. Ratsam ist es desweiteren es vorher mit
dem Waldbesitzer abzuklären ob man Erde entnehmen darf.
Prädikat: Sehr empfehlenwert
- Maulwurfshügel sind oft störend im Garten. Also kann man diese einfach
abtragen und die oftmals sehr lehmhaltige Erde ruhigen Gewissens im
Terrarium verwenden. Vorteil hierbei ist die sehr gute Grabfähigkeit
gerade bei Trockenterrarien.
Prädikat: Sehr empfehlenswert
- Sand ist zwar für Trockenterrarien optisch sehr schön, aber absolut
ungeeignet als alleiniger Bodengrund bei Spinnen. Sand sollte höchstens
als Beimengung bei Trockenterrarien verwendet werden.
Prädikat. Ungeeignet
Beheizung:
Sollte man auf eine zusätzliche Heizung nicht verzichten können oder wollen, so sollte man darauf achten, dass man die Wärmequelle so anbringt, dass die Wärme keinesfalls von unten kommt. In der Natur graben Spinnen oft ihren Unterschlupf tiefer in die Erde, wenn es ihnen zu warm wird. Kommt nun die Wärme von unten kann die Spinne sich nicht mehr an einen kühleren Ort zurückziehen, was sogar den Tod der Spinne zur Folge haben kann.
Sollte man also doch eine Heizmatte verwenden, bringt man diese am besten seitlich oder an der Rückseite des Terrariums an einer Stelle an, wo sich die Spinne selten aufhält.
Besser geeignet ist eine Heizung des Terrariums mittels Beleuchtung.
Die meisten Lampen geben genügend Wärme ab, dass man damit ein Terrarium auf die benötigte Temperatur bringen kann. Hier werden meist Halogen-Spots mit 15-25 Watt verwendet welche optisch sehr gut aussehen und nicht zu heiss werden.
Dabei ist darauf zu achten, dass die Lampe das Terrarienglas nicht zu sehr aufheizt, da dieses sonst reissen oder springen kann. Auf keinen Fall darf eine Lampe im Terrarium angebracht werden. Klettert die Spinne und kommt mit der heissen Lampe in Berührung, kann sie sich schwerste Verletzungen zuziehen.
Rückwand:
Eine Rückwand oder sogar eine Verkleidung der Seiten des Terrariums ist natürlich optisch reizvoll und erleichtert es der Spinne sich im Terrarium fortzubewegen. Dafür kann man selbst Rückwände aus Styropor und Fließenkleber basteln, welche dann bemalt werden. Oder man kauft einfache Korkrückwände auf Terraristikbörsen oder im Zooladen.
Weniger geeignet sind Kokosfasermatten, da sich diese mit der Zeit auflösen und auch für die Spinne durch die Fasern die Gefahr bergen, mit dem Beinen hängenzubleiben.
Sollte man jedoch beabsichtigen zu züchten und möchte die Spinne öfter kontrollieren, sollte man auf eine Rückwand verzichten, da diese die Kontrolle unnötig erschwert.
Wassernapf:
Ein Wassernapf ist prinzipiell nicht nötig. Jedoch kann man bei sehr trocken gehaltenen Arten einen solchen durchaus anbieten um eine zu hohe Luftfeuchtigkeit durch feuchten Boden zu vermeiden. Bei Spiderlingen darf der Wassernapf nicht zu groß sein, da manche Vogelspinnen nicht oder nur sehr schlecht schwimmen können. Um ein Ertrinken des Tieres zu verhindern legt man einfach einige Steinchen in den Napf, an denen sich die Spinne dann selbst retten kann.
Ungeeignete Einrichtungsgegenstände:
Ungeeignet für die Einrichtung eines Vogelspinnen-Terrariums sind Steine oder Hölzer mit Spitzen oder scharfen Kanten. Die Spinnen könnte sich dabei im Falle eines Absturzes beim Klettern schwer verletzen. Ebenso ist es ratsam, auf Pflanzen mit Stacheln oder spitzen Blättern, an denen sich die Spinne aufreißen könnte, zu verzichten.
Bepflanzung:
Informationen zur Bepflanzung von Terrarien
Terrarien-Arten:
Man unterscheidet allgemein 3 Arten der Lebensweise von Vogelspinnen. Je nachdem sollte das Terrarium dimensioniert und eingerichtet sein.

Terrarien teilen:
Hat man ein zu großes Terrarium, nicht die passenden Spinnen oder Terrarien, bietet es sich an ein Terrarium zu teilen.
So kann man aus einem 60x30x30 zwei 30x30x30 für Bodenbewohner machen oder aus einem 60x40x40 zwei 30x40x40 für Baumbewohner. Dazu kauft man sich im Baumarkt eine Plexiglasscheibe in der entsprechenden Größe, sägt diese so zurecht, dass sie das Terrarium in der Mitte bündig teilt.
Danach fixiert man diese Scheibe in der Mitte des Terrariums mit Heißkleber oder Silikon. Dabei ist darauf zu achten, dass kein Schlitz frei bleibt, durch den sich eine Spinne auf die andere Seite quetschen könnte. Einsetzen sollte man in geteilte Terrarien nur Spinnen die in etwa die gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit benötigen, da zwischen den beiden Hälften doch ein Wärme- und Feuchtigkeitsaustausch stattfindet.
Fürstdosen oder Ähnliches:
Gerade für kleinere oder auch einige röhrenbewohnende Arten haben sich Fürstdosen als geeignetes Behältnis bewährt. Die Standardgröße in der Terraristik ist hier 19x19x20. So kann man Haplopelma spp., Holothele spp. oder Ephebopus spp. gut in diesen Dosen halten. Die Belüftung und Bewässerung (bei Haplopelma spp.) durch die selbst angebrachten Löcher (mit einem Lötkolben oder Bohrer sehr einfach zu bewerkstelligen) kann so individuell gestaltet werden. Vorteil hierbei ist, dass eine Dose schon für ca 1,50€ erhältlich ist und sich diese stapeln lassen, was bei größeren Bestandszahlen sehr viel Geld spart. Natürlich sollte man, legt man Wert auf Ästhetik, doch auf Glasterrarien zurückgreifen.
Terrarienreinigung:
Es ist nicht nötig ein Terrarium, wie oft angegeben, einmal im Jahr komplett zu reinigen.
Im Gegenteil! Es ist jedes mal wieder Stress für die Spinne und es folgt eine wochenlange Eingewöhnungsphase. Besser ist es von vornherein auf den richtigen Bodengrund, ausreichende Lüftung und ein gesundes Mikroklima im Terrarium zu achten.
Es gibt im Zoohandel Springschwänze oder tropische Asseln zu kaufen, von welchen man einige in das Terrarium geben kann. Diese Tierchen fressen Exkremente der Spinne, Futterreste und sogar eventuellen Schimmel. Bei genügend Feuchtigkeit vermehren sie sich auch im Terrarium und können so ein Terrarium sehr lange in Schuss halten.
Lediglich das Entfernen von offensichtlichen Futterresten und abgestorbenen Pflanzenteilen wird bei mir regelmäßig durchgeführt. Auch Häutungsreste entnehme ich dem Terrarium.
Verwendet man weisse Asseln im Terrarium, kann es in ganz seltenen Fällen vorkommen, dass diese einen Kokon der Vogelspinne schädigen. Deshalb kann man vor dem Kokonbau je nach Art den Boden weitgehenst austrocknen lassen, um die Zahl der Asseln zu senken.
Sonderformen:
Es gibt auch Zwischenformen, die schwer in eine dieser Kategorien einzuordnen sind.
So wird Chromatopelma cyaneopubescens oft fälschlicherweise als Strauchbewohner bezeichnet. Diese Art ist wohl eher als Bodenwohner zu halten, wobei man hier mehrere Äste einbringen kann, welche dann übersponnen werden.
Pterinochilus murinus wird ebenso als Strauchbewohner bezeichnet. Jedoch nimmt diese Art in den meisten Fällen vorgestochene Erdröhren an. Einige Exemplare spinnen sich aber auch in den oberen Lagen des Terrariums eine Wohnröhre und leben wie Baumbewohner.
Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass Pterinochilus murinus die Vogelspinne mit dem größten Verbreitungsgebiet und so extrem opportunistisch ist. So kann man diese eigentlich halten wie man will. Auch niedrige oder hohe Luftfeuchtigkeit machen dieser Art nichts aus.
Besonderheiten in der Lebensweise:
- Spiderlinge vieler baumbewohnenden Arten, wie z.B. Poecilotheria spp.
oder Psalmopoeus spp., legen ein interessantes Verhalten an den Tag. So
ist hier oft zu beobachten, dass sich Spiderlinge oftmals in den ersten
Lebensmonaten ihren Unterschlupf gerne in der Erde suchen. Darüber
sollte man sich nicht wundern, sondern es als normal ansehen, da die
Tiere sich später noch als echte Baumbewohner entpuppen werden.
- Exemplare der Art Pelinobius muticus (ein sehr groß werdener,
afrikanischer Röhrenbewohner) graben in der freien Natur bis zu 2 Meter
tiefe Röhren um der Hitze an der Oberfläche zu entkommen. Dies ist zwar
in Terrarienhaltung nicht mehr notwendig, dennoch legen auch hier viele
Tiere ein extremes Grabverhalten an den Tag, welchem man mit einem
sehr hohen Haplo-Tank entgegenkommen kann. Einige Halter haben ihre
Pelinobius auch schon in großen Regentonnen mit Erde gehalten.
- Die Vogelspinne, welche wohl am meisten spinnt, ist Chromatopelma
cyaneopubescens.
Um ihre wunderschönen Gespinste noch zu fördern, kann man das
Terrarium etwas höher gestalten und viele Äste einbringen. Diese werden
in kürzester Zeit mit dichtem Gespinst überzogen. Durch das besondere
Spinnverhalten kann bei dieser Art auf eine Bepflanzung des Terrariums
verzichtet werden, da die Pflanzen über kurz oder lang durch die
Spinnfäden eingehen.

